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Weniger Wolle, mehr Freude beim Stricken

mein Weg zum bewussten Stricken


Manchmal beginnt es ganz leise.

Ein kurzer Blick in den Wollkorb. Ein Griff in die Kiste. Und plötzlich ist da dieses Gefühl: zu viel. Zu viele Knäuel, zu viele Ideen, zu viele angefangene Projekte – und gleichzeitig das leise Empfinden, dass nichts davon gerade wirklich passt.

Vielleicht kennst du das auch.

Dabei war jede einzelne Wolle einmal etwas Besonderes. Mit Vorfreude gekauft, mit einem Projekt im Herzen. Und doch sammeln sich mit der Zeit mehr und mehr Schätze an, die darauf warten, endlich verstrickt zu werden.

Für mich war genau das der Moment, innezuhalten.


Wollknäuel

Es ging mir nicht darum, mir etwas zu verbieten.
Es ging darum, wieder mehr mich mit dem zu beschäftigen, was ich schon da habe.

Ich wollte mehr Ruhe in meine Strickerlebnisse bringen. Ruhe bei Projekten, die ich bewusst auswähle. Ruhe bei Garnen, die ich wirklich wertschätze – statt sie im Überfluss zu übersehen.

Das flexible Wollkaufverbot ist flexibel weil es eher eine Einladung ist: langsamer zu werden, genauer hinzuschauen und mit dem zu arbeiten, was bereits da ist.


Bewusstes Stricken heißt für mich nicht Verzicht, sondern Klarheit.

Ich nehme mir Zeit, bevor ich ein neues Projekt beginne. Ich schaue in meinen Vorrat und frage mich: Was passt wirklich zu mir?
Nicht alles muss sofort verarbeitet werden. Aber alles darf gesehen werden.

Ich stricke langsamer. Wähle sorgfältiger aus. Und lasse mich darauf ein, dass weniger oft mehr ist. Und dabei genieße ich wieder das Stricken.


Natürlich ist es nicht immer einfach.

Manche Garne liegen schon lange. Manche passen nicht mehr zu meinem Geschmack. Und manchmal fehlt genau das eine Knäuel für ein Projekt, das sich gerade richtig anfühlt.

Es gibt Tage, da ist die Versuchung groß, doch wieder neue Wolle zu kaufen. Und ehrlich gesagt: Manchmal gebe ich ihr nach.

Aber auch das gehört dazu.

Bewusst stricken bedeutet für mich nicht, perfekt zu sein. Sondern aufmerksam.


Was mir besonders hilft, ist ein liebevoller Blick auf das, was schon da ist.

Ich habe meinen Wollvorrat einmal komplett durchgesehen – ohne Druck, einfach aus Neugier. Und habe meinen kompletten Wollvorrat katalogisiert. In einer einfachen Tabelle. Dabei habe ich auch die Wolle abgewogen und war am Ende sehr über das Ergebnis überrascht. Diesen Schritt kann ich dir empfehlen, wenn du ebenfalls einen Überblick über deinen Wollbestand verschaffen möchtest.


Ich plane kleine Zwischenprojekte für Reste. Seit Dezember 2025 bin ich dabei meine Sockenwollreste zu verstricken und es entstehen sehr schöne Exemplare.

Statt sofort zu kaufen, sammle ich Wünsche. Oft merke ich nach ein paar Tagen, dass ich sie gar nicht mehr brauche. Doch einiges bleibt trotzdem auf der Wunschliste stehen. Und zu dieser Wunschliste komme ich wieder zurück, wenn das geplante Projekt dran ist. Die Wolle wird dann gekauft, wenn ich sie benötige, was auch dafür sorgt, dass ich weniger Lagerplatz brauche.


Seit ich bewusster stricke, hat sich einiges getan.

Da ist mehr Ruhe beim Stricken. Ich konzentriere mich auf das laufende Projekt und denke dabei nicht an die nächsten 5 Projekte, die ich stricken könnte. Und falls dann doch diese Gedanken kommen, dann schreibe ich sie in meinem Strickjournal auf, damit sie nicht verloren gehen.
Mehr Zufriedenheit, da ich mir die Projekte bewusst auswähle.
Und vor allem: mehr Freude an jedem einzelnen Projekt.

Ich freue mich wieder auf das, was entsteht – nicht auf das Nächste, das ich vielleicht noch kaufen und verstricken könnte.


Vielleicht hast du auch einen Wollkorb, der darauf wartet, neu entdeckt zu werden. Vielleicht möchtest du ausprobieren, für eine Weile nichts Neues zu kaufen. Nicht als Verzicht – sondern als Experiment.

Ein paar Wochen. Ein paar Projekte. Ein bewusster Blick auf das, was schon da ist.

Und dann schau einfach, was passiert.


Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Nicht darum, nie wieder Wolle zu kaufen.

Es geht darum, wieder mehr Freude zu spüren. Mehr Verbindung zu dem, was wir tun.
Und vielleicht auch ein kleines bisschen mehr Zufriedenheit mit dem, was schon längst Teil unseres Lebens ist.

Denn manchmal liegt genau darin die größte Inspiration.


Ich bin gespannt zu deinen Gedanken zu diesem Thema. Lass uns gerne in den Kommentaren austauschen

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